„Hilfe, mein Tier hört nicht auf mich!“

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Wie klar kommt deine Absicht wirklich bei deinem Tier an?

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Dein Tier hört nicht auf dich, obwohl du ihm eigentlich klar sagst, was du von ihm möchtest?

Bist du es satt, deinen Hund immer lauter und mit immer mehr Inbrunst rufen zu müssen und er kommt doch nicht? Hast du keine Lust mehr, dass dein Pferd dich „austestet“ und stur in eine andere Richtung läuft, als du es vorgibst? Oder ist es deiner Katze ganz egal, dass du ihr immer wieder sagst, sie soll nicht an der Tapete kratzen?

Manche Tierhalter sind so verzweifelt, dass sie irgendwann noch stärker an der Leine ziehen oder einfach Angst bekommen, weil sich ihr Tier „unkontrollierbar“ anfühlt. Das macht die ganze Sache natürlich nur noch schlimmer

Denkst du, dein Tier hört nicht, weil es dich nicht ernst nimmt oder gar ärgern möchte? Oder eher, weil es dich einfach nicht versteht?

Tiere reagieren immer auf das, was sie wahrnehmen. Klar lassen sie sich manchmal auch auf kleine Spielchen ein und schauen, wie weit sie bei uns gehen können (vor allem, wenn sie im „Teenageralter“ sind).

Dennoch: Wenn du ganz klare Signale senden würdest, könnte dein Tier dich dann so aus der Fassung bringen?

Meine Erfahrung mit meinen Klienten und mit meinen Tieren zeigt mir immer wieder, dass es in den meisten Fällen so ist: Das Tier hört nicht, weil etwas in der Kommunikation des Menschen nicht eindeutig ist.

Vielleicht denkst du dir: „Ich weiß doch ganz genau, was ich von meinem Tier möchte und ich sage ihm das auch. Wieso kommt es dann anders bei ihm an?“

Doch bist du wirklich sicher, was du möchtest und strahlst du das neben deinen Worten auch über deine anderen Kommunikationskanäle aus? Über deinen Körper, deine Gestik und Mimik und deine innere Ausrichtung?

Forschungen haben ergeben, dass nur 7% unserer Kommunikation über Worte übermittelt wird. Der Rest findet auf diesen anderen Ebenen statt! In Bezug auf unsere Tiere ist dieser Anteil wahrscheinlich sogar noch geringer.

Forschungen mit Hunden haben ergeben, dass sie selten darauf hören, wenn ihr Herrchen (bzw. Frauchen) ein Kommando in einen langen Satz einbettet und diesen auch noch mit einer ganz anderen Energie ausspricht. Wenn sie sagten „Bello, würdest du eventuell bitte so freundlich sein, vielleicht gleich einmal Platz zu machen?“ war die Erfolgsquote logischerweise geringer als bei „Platz!“ mit einer klaren, bestimmten Energie.

Vermutlich hast du es selbst schon erlebt, dass dein Tier an manchen Tagen eher auf dich hört, als an anderen. Nämlich dann, wenn du mehr in deiner Mitte bist und eine klarere Ausstrahlung hast. Dann, wenn deine Worte und deine Ausstrahlung miteinander übereinstimmen.

Dein Tier hört nicht, weil es deine Absicht nicht spürt

Ich habe gerade das Glück, dass ich die Menschenlehrer Ausbildung, die ich vor zwei Jahren besucht habe, nun als Mentorin begleiten darf. Im letzten Abschnitt stand das Thema Kommunikation im Fokus – Ein Thema, in dem auch ich zugegebenermaßen noch viel lernen kann. Es ging u.a. darum, wie klar wir unsere innere Absicht und unsere Wünsche nach außen kommunizieren, um uns anderen gegenüber verständlich zu machen und um unsere Ziele im Leben zu erreichen.

Im Laufe dieses Abschnitts haben wir eine Übung gemacht, die mich zunächst sehr schockiert hat: Jeder Teilnehmer sollte sich einen Partner suchen und ihm einen persönlichen Gegenstand von sich anvertrauen. In meinem Fall war es ein Armband, das ich gerade trug.

Die Herausforderung war, innerhalb von wenigen Minuten den jeweiligen Partner davon zu überzeugen, dass er diesen Gegenstand wieder zurückgibt. Dabei durften wir ihn nicht berühren, sondern nur mit Worten, Gesten, Emotionen usw. versuchen, unsere Absicht überzeugend herüberzubringen. Der jeweilige Partner durfte den Gegenstand nur zurückgeben, wenn er unsere Absicht eindeutig spüren konnte.

So weit so gut, das hört sich ja eigentlich ganz easy an, oder?

Für mich war es das nicht. In genau diesem Moment fühlte sich mein Ziel, das Armband zurück zu erobern, nicht mehr wichtig an. Ich konnte mich weder klar ausdrücken, noch eine Verbindung zu diesem Ziel spüren.

Meine Übungspartnerin wirkte wenig überzeugt. Meine Worte berührten sie nicht, da ich es nicht fühlen konnte und somit meine Ausstrahlung alles andere als eindeutig war.

Später machten wir die Übung umgekehrt und bekamen etwas Hilfe. Es galt, uns vorher bewusst mit unseren Gegenständen zu verbinden und zu spüren WARUM sie uns so wichtig sind und welchen emotionalen Wert sie für uns besitzen. Daran hatte ich im Eifer des Gefechts gar nicht gedacht.

 

Eins wurde mir in dieser Übung besonders klar: Vielen von uns wird bereits in der Kindheit abtrainiert, ihre Wünsche klar zu äußern oder die Wahrheit zu sagen. Wie sollen wir das dann als Erwachsene können?

Wir lernen z.B., dass es nicht höflich ist, sich das letzte Stück Kuchen zu nehmen oder dass es nicht okay ist, um Hilfe zu bitten, weil man ansonsten unfähig wirkt.

Aus Angst, anzuecken, abgewiesen zu werden oder dumm zu wirken, gewöhnen sich viele Menschen ab, ihre Wünsche klar zu äußern oder überhaupt zu kennen.

Hast du auch öfter Probleme, deine Bedürfnisse klar zu benennen, zu spüren und nach außen hin zu kommunizieren? Vor allem dann, wenn andere Menschen involviert sind? Oder wenn es mit deinem Tier brenzlig wird?

Pferd - Tier hört nichtLerne deine Kommunikationsmuster kennen

Dein Tier hört nicht auf dich, wenn eure Kommunikation immer wieder an einem ganz bestimmten Punkt „verwässert“.

Was denkst du: Liegt es daran, dass du deine Absicht nicht kennst und spürst oder geht sie dir erst in stressigen Situationen verloren, z.B. dann, wenn dein tierischer Begleiter ganz offensichtlich nervös ist und dich damit ansteckt?

Im Tierhaltercoaching gehe ich mit den Menschen Schritt für Schritt vor und wir nehmen die Kommunikation zwischen ihnen und ihren Tieren in Ruhe auseinander: Wie ist die Ausstrahlung und Wirkung auf das Tier in den einzelnen Situationen? Was sendet der Mensch tatsächlich und was kommt beim Tier an?

Das Spannende ist, dass es dabei in den meisten Fällen um viel mehr als um diese eine Situation geht. Denn die meisten Menschen haben nicht nur im Hinblick auf ihre Tiere ein Problem, sich klar auszudrücken, sondern ebenso in anderen Lebensbereichen.

Wie leicht fällt es dir, deine Ziele zu verfolgen? Aus dem Problem mit deinem Tier kannst du eine Menge über dich selbst erfahren und dieses Wissen dann auch auf andere Lebensbereiche übertragen, z.B. für berufliche Ziele oder für den Umgang mit Menschen. Ist das nicht genial?

Wenn du mit deinem Tier weiterkommen möchtest, hilft es also, dir einmal genauer anzuschauen, an welcher Stelle in deinem Leben du noch Probleme hast, deine Bedürfnisse, Wünsche, Ziele eindeutig zu äußern.

Was brauchst du, um dich sicherer zu fühlen und dich stärker mit deiner inneren Absicht zu verbinden?

Dein Tier hört nicht auf dich? Das kannst du tun

Meine Tipps für eine klarere Kommunikation mit deinem Tier:

  1. Werde dir deiner Absicht in Bezug auf dein Tier klar. Wie möchtest du gerne mit ihm zusammenleben? Wie wird es aussehen, wenn ihr ganz entspannt, gelassen, freudvoll, harmonisch usw. miteinander umgeht?
    Wenn es eine Situation gibt, in der dein Tier regelmäßig nicht auf dich hört, dann bereite dich gut darauf vor (z.B. das Gassi gehen), indem du vorher kurz in dich gehst: Wie soll die Situation verlaufen? Was wünschst du dir heute ganz besonders?
  1. Verbinde dich mit deiner Absicht, spüre sie. Wie genau möchtest du dich fühlen (z.B. souverän, ausgeglichen, sicher) und welche Gefühle möchtest du bei deinem Tier erzeugen? Kannst du euch beide vor dir sehen oder fühlen, wie ihr diese Situation wunderbar meistert? Wenn du hierfür weitere Hilfe brauchst, empfiehlt sich übrigens mein Leitfaden für die erfolgreiche Kommunikation mit deinem Tier.
  2. Nutze Referenzerfahrungen: In welcher anderen Situation in deinem Leben hast du dich schon einmal so gefühlt, wie du dich jetzt fühlen möchtest?
    Zum Beispiel, als du einem anderen Tier gegenüber Sicherheit ausstrahlen konntest oder als du jemandem ganz klar und ruhig deine wahre Meinung gesagt hast und er gut darauf reagiert hat?
    Nimm das Gefühl aus diesen „erfolgreichen“ Momenten so tief wie möglich in dir auf, indem du es in deinen Körper einatmest und sich dort in alle Zellen verteilen lässt. Verankere es in dir und hole es immer mal wieder hervor. Das wird sich auch auf deine klarere Körpersprache auswirken.
  1. Lerne, klare Grenzen zu setzen und den Unterschied zu einem „ja“ und einem „Nein“ in Bezug auf dein Tier deutlich zu spüren. Hierfür eignet sich meine geführte Meditation „Klarheit ausstrahlen

 

Und denk immer daran: Dein Tier hört nicht besser, wenn du stärker an der Leine ziehst, aber dafür umso besser, je mehr es dir vertrauen kann.

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