[vc_row][vc_column width=“1/1″][heading header_type=“h2″]Gelebtes Versprechen, Interview Teil 2[/heading][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/1″][vc_column_text]Den 1. Teil dieses spannenden Interviews mit Nicole Badertscher über das Greifvogel Schutzprojekt Gryphos findest du hier.

 

Nicole, wie kommunizierst du mit den Tieren? Spürst du es gut, in welcher Stimmung sie gerade sind? Nutzt du eine besondere Körpersprache oder Laute?

Diese Frage ließ mich anfänglich stutzen, denn ich habe noch nie darüber nachgedacht wie ich mit den Tieren kommuniziere. Ihre Kommunikation lernen wir am besten durch beobachten. Genau wie bei unseren „normalen“ Haustieren.

Zuerst fängst du an, ihnen mit den gleichen Lauten zu antworten und ziehst so ihre Aufmerksamkeit auf dich. Je tiefer die Kommunikation dann geht, umso mehr eröffnet sich das nonverbale Spektrum. Ihre Augen sind die Spiegel ihrer Seele, und ihre körperlichen Gebärden sind für uns wohl am ehesten zu deuten. Die Zeichen in und um die Augen lassen sich erst mit etwas Übung erkennen. Die grobe Federstellung zeigt uns, was gerade los ist. Sind sie anliegend, stehen sie an verschiedenen Körperpartien ab oder plustert er sich auf? Dann gibt es noch die ganz zarten Federstellungen. Das sind meist ganz kleine Zeichen, die es jedoch in sich haben. Beachtest du sie nicht, dann kann das ganz schön ins Auge gehen.

[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/1″][vc_column_text]

IMG_4345Was können Menschen von euren Greifen lernen? Kannst du ein paar Situationen nennen, in denen es sich besonders gezeigt hat, wie die Tiere auf Menschen reagieren?

Lernen können wir von ihnen, dass wir ganz authentisch sein sollten. Uns annehmen, wie wir sind, und uns nicht verbiegen, nur weil es die Norm von uns verlangt. Und dass wir nicht egoistisch sein sollten. Dass durch das Öffnen unserer Herzen eine ehrliche Kommunikation mit uns selbst und mit unserer Umwelt entstehen kann. Im Weiteren lehren sie uns, Grenzen zu respektieren. Ihre und unsere eigenen. Und Geduld. Sie lehren uns innezuhalten. Dieser sich immer schneller drehenden Welt drücken sie uns einen anderen Herzschlag auf.

Die Tiere sind unsere Spiegel. Meist sanft, doch auch sehr direkt. Terzi zum Beispiel war bei einem ehemaligen Teammitglied immer sehr unruhig. Ich sprach diese Person darauf an, doch diese meinte, es sei alles in Ordnung. Dann, nach drei Wochen, kam derjenige zu mir und erzählte mir, dass er seit etwa drei Wochen unheimlichen beruflichen Stress habe. Ich hätte recht gehabt und er hätte es jetzt erst realisiert. Einmal kam auch ein Besucher auf Terzi zu, der sein Ego wie ein Schild vor sich her trug und dachte, so ein Adler sei doch ein Klacks. Terzi spürte das schon von weitem und sein Druck in den Krallenhänden stieg mit jedem Schritt, den dieser Mensch auf ihn zu machte. Ich musste denjenigen dann stoppen und verweigerte ihm das Neben-uns-setzen, denn sonst hätte Terzi mir die Krallen in den Oberschenkel gebohrt. Schön ist es auch zu sehen, wie die Tiere auf behinderte Menschen reagieren. Dort lassen sie wesentlich mehr zu und reagieren ganz sanft auf sie. Rufus, der Uhu, gab sich ganz zuvorkommend bei einem autistischen Mädchen. Seine Art war ansonsten eher stoisch und beobachtend. Umgekehrt ist es auch immer spannend zu sehen, dass gerade verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche plötzlich im Zusammensein mit den Tieren eine größere Geduldsspanne entwickeln und über eine lange Zeit auch ruhig sein können.

Ganz generell ist es jeweils bei den Besuchern schön zu beobachten, wie der Stress kurz abfällt und sich eine entspannte Ruhe breit macht.

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Nicole Badertscher GreifvogelHast du eine bestimmte Vision für deine weitere Arbeit?

Wir möchten diesen und vielleicht anderen traumatisierten Tieren weiterhin ein angenehmes, lebenswertes Leben ermöglichen. Das ist in der jetzigen Umgebung immer schwieriger geworden. Die Anlage befindet sich in einem Industriegebiet, das in den vergangenen Jahren ständig erweitert worden ist und noch erweitert werden wird. Unser Fokus liegt deswegen in diesem Jahr darauf, eine neue Heimat für die Vögel zu finden. Da das auch eine Frage der Finanzen ist, wird das ein Kraftakt werden.

Die Arbeit mit den Tieren darf darunter natürlich nicht leiden. Wir wollen ihnen weiterhin Freunde, Partner und Unterstützer sein. Ein konkretes Ziel ist mit dieser Arbeit allerdings nicht verbunden. Wir wollen eher einen dauerhaften Zustand des gegenseitigen Respekts und Miteinanders pflegen.

Du hast gerade das Buch Rufus – A Kind of Magic geschrieben, in dem es um die Bekanntschaft zwischen Sebastian und dem Uhu Rufus geht. Der Erlös soll eurem Projekt zugutekommen. Kannst du etwas mehr über das Buch Rufus erzählen?

 

Dieses Buch ist eine der Maßnahmen, die zum angestrebten Umzug auf eine neue Anlage beitragen soll. Ich denke, es ist eine spannende, witzige und nachdenklich machende Geschichte, wie sie sich im vergangenen Jahr tatsächlich bei uns zugetragen hat, wenn auch nicht so stark verdichtet, wie im Buch beschrieben. Sebastian ist am Anfang des Buches ein ganz normaler Jugendlicher unserer Zeit, der zu viel Zeit am Computer bzw. am Smartphone verbringt und nicht im Traum daran denkt, eine Freundschaft mit einem Uhu zu schließen. Beide, Sebastian und Rufus, eint jedoch ein Traum: sie wollen fliegen, im eigentlichen wie im übertragenen Sinne. Mehr möchte ich nicht darüber verraten, denn wir wollen ja zum Lesen des Buchs animieren. Ich kann nur versprechen, dass jeder Leser auf seine Kosten kommt. Uns hilft jedes verkaufte Buch weiter.

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Schneeeule GreifvogelWie kann man sich bei euch beteiligen oder euch helfen?

Schön sprichst Du das für uns Überlebenswichtige an. Wir sind dankbar über jede Spende, ganz egal wie groß oder klein sie ist. Denn für uns zählt jeder geleisteten Beitrag und zeigt uns, dass es weitergeht für die Tiere.

Wir freuen uns also über jeden Tierfreund der sich finanziell als

  • PATIN oder PATE eines der Tiere aussucht,
    oder als
  • GÖNNERIN oder GÖNNER einen größeren Beitrag zum Ganzen beisteuert.

Doch auch über eine kraftvolle und tatkräftige Unterstützung vor Ort oder als Vereinsmitglied freuen wir uns.

Eine PATIN oder ein PATE übernimmt für ein bestimmtes Tier seiner Wahl und beteiligt sich so an seinen Unterhaltskosten und anteilig auch am Unterhalt der Station. Die Beiträge sehen wie folgt aus:

 

Steinadler, CHF 400, € 300

Schneeeule, CHF 300, € 250

Harris Hawk, CHF 250, € 200

Sakerfalke, CHF 250, € 200

Die Patenschaft kann von Privatpersonen, als Firma oder als Verein eingegangen werden. Sie dauert ein Jahr und erneuert sich automatisch.

Als Dankeschön gibt’s eine Urkunde mit Foto und der Besuch beim Patentier ist für uns selbstverständlich. Zudem haben wir für eine Patenschaft noch eine Überraschung parat die ich hier noch nicht verraten möchte.

 

Über jeden GÖNNER freuen wir uns natürlich genauso. Denn das lässt uns etwas ruhiger in die Zukunft blicken und sichert den Tieren ihr Zuhause. Da wir ein nichtgewinnorientierter Verein sind, werden die geleisteten Beiträge als Spenden anerkannt und einen entsprechenden Beleg stellen wir gerne, falls nötig und relevant, aus.

Wir erhalten keine Zuschüsse von öffentlichen Organen und sind daher auf Spender, Paten und Gönner angewiesen. Mit jedem Franken oder Euro der eingenommen wird, ermöglichen wir diesen herrlichen Tieren ihr Zuhause und schaffen zum Wohl aller einen wunderschönen Ort der Begegnung.

Weitere Infos zu den Tieren, zur Station und ganz generell zu unserem Engagement, findet sich auf unserer Homepage:

www.freundedesgreif.ch oder neue: www.gryphos.ch

Jetzt bleibt mir noch, Dir liebe Sonja für Dein Interview und die Möglichkeit hier einige Zeilen zu unserer Station niederzuschreiben, merci zu sagen. Ich, respektive die Tiere, danken es Dir von Herzen und wir freuen uns darauf, Dich oder vielleicht einige Leser bei uns zu begrüßen. Bis bald also.

[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/1″][divider][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/1″][vc_column_text]Ich danke dir ebenso für das tolle Interview und hoffe, dass sich noch viele Menschen von der Faszination dieser Tiere anstecken lassen![/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]