17- Tier aus dem Tierschutz? So vermeidest du Stress

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Das solltest du bei einem Tier aus dem Tierschutz bedenken

Kommt dein Tier aus dem Tierschutz oder hast du es vielleicht von irgendwoher gerettet? Dann hast du vielleicht schon einmal die tiefe Dankbarkeit gespürt, die von einem Tier kommt, das dir dein Leben zu verdanken hat.

Dennoch: Das Leben mit einem Tier aus dem Tierschutz oder mit einer gewissen Vorgeschichte kann auch einige Herausforderungen mit sich bringen, z.B. dass sich dein neues Tier plötzlich seltsam verhält, Angst hat oder sich chronische Krankheiten zeigen.

In der heutigen Episode erfährst du, was du tun kannst, um dich optimal auf diese Situationen vorzubereiten und sie gut zu meistern. Ganz gleich, ob dein Tier bereits bei dir lebt oder du kurz davor bist, ein Tier zu adoptieren:

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Dies ist die gekürzte Version. Für den ganzen Text mit allen Beispielen höre dir einfach die Podcast Folge an.

Viele meiner Klienten haben ein großes Herz für Tiere und haben ein oder mehrere Tiere bei sich aufgenommen, die aus teilweise sehr schlechten Verhältnissen kamen, z.B. Straßenhunde und -katzen aus Deutschland oder dem Ausland, vor dem Schlachter gerettete Pferde oder Tiere, die schon jahrelang im Tierheim gewartet haben, ohne dass sie jemand abgeholt hat.

Manche meiner Klienten setzen sich zusätzlich noch aktiv im Tierschutz ein.

Ich finde es toll, dass du einem Tier ein liebevolles neues Zuhause bieten möchtest! Und in einigen Fällen funktioniert das auch reibungslos. Du holst das Tier zu dir, es lebt sich ein und nach einiger Zeit ist es so als wärt ihr nie ohne einander gewesen.

In vielen Fällen gibt es da aber auch ein paar Dinge, die nicht von Anfang an so laufen wie bei anderen Tieren.

Vielleicht hat dein Tier länger gebraucht, bis es Vertrauen zu dir fassen konnte oder ihr seid immer noch dabei, einen wirklich entspannten Umgang miteinander zu finden. Oder du musstest schon sehr häufig mit ihm zum Tierarzt, weil du gemerkt hast, dass es eine chronische Krankheit mitbringt, die vorher vielleicht nicht so ersichtlich war.

Vielleicht ist dein Tier aber auch an manchen Stellen unerklärlich aggressiv oder verhält sich auf eine Art und Weise, die du noch gar nicht einordnen kannst.

Es kann sein, dass dein Pferd sich immer mal wieder losreißt oder dich plötzlich tritt.

Oder dass dein Hund extreme Angst vor fremden Menschen oder Fahrradfahrern hat oder dass er sich ebenso schon einmal losgerissen hat oder gar nicht alleine bleiben kann und zu Hause die Möbel zerstört.

Oder dass deine Katze sich einfach nicht wirklich entspannen kann und bei der kleinsten Bewegung oder dem kleinsten Geräusch zusammen zuckt und sich versteckt. Vielleicht macht sie auch unkontrolliert überall in die Wohnung (dann empfehle ich dir auch diese Podcast Episode)

In dem Moment, in dem wir irgendwo im Internet oder im Tierheim in zwei große, unschuldige Augen einer lieben Tierseele, die oftmals schon einiges durchgemacht hat, blicken, wollen wir oft nur eins: SIE RETTEN! Wir ahnen vielleicht schon, dass es nicht ganz so leicht wird, diesem Tier wirklich Sicherheit und Entspannung zu vermitteln, aber es ist uns egal, denn es geht hier immerhin um ein Tierleben.

Wenn dann später aber doch mal größere Probleme auftauchen, kann es eben auch Momente geben, in denen du verzweifelst und dich ausgelaugt fühlst, weil du wirklich alles dafür gibst, dass es deinem neuen Liebling gut geht und sich scheinbar nichts tut. Ich beobachte das relativ häufig:

Meine Klienten nehmen ein Tier zu sich auf und bringen ihre ganze Liebe, Geduld und teilweise auch viel Geld (für Tierarztrechnungen) auf. Meist sind die Tiere direkt nach ihrer Ankunft etwas vorsichtig, aber ganz gut drauf und beschnuppern erstmal alles. Es kann aber sein, dass sie nach einiger Zeit plötzlich scheinbar aus dem Nichts heraus mit einem seltsamen, aggressiven Verhalten beginnen oder sehr krank werden.

Sie greifen andere Menschen oder Tiere im Haushalt an, ihr gesundheitlicher Zustand verschlechtert sich oder es wirkt so, dass sie sich einfach nicht einleben können. Manche Katzen machen plötzlich überall hin und hören damit auch nicht mehr auf.

Da fragst du dich jetzt vielleicht als liebevoller Tierhalter, was du falsch gemacht hast? Denn du bietest ja deinem Tier ein liebevolles Zuhause, in dem es sich entspannen kann. Du bist ja für dein Tier da und jetzt sollte es doch eigentlich merken, dass alles in Ordnung ist, oder nicht?
Das kann manchmal echt frustrierend sein. Viele Tierhalter fühlen sich da regelrecht ohnmächtig.

Aber ich möchte dir jetzt gleich direkt sagen: Wenn du so etwas bereits mit deinem Tier aus dem Tierschutz erlebt hast: Es ist nicht deine Schuld! Und natürlich auch nicht die des Tieres.

Ich sage auch nicht, dass du jetzt kein Tier mehr aufnehmen sollst oder dass es immer so sein muss, dass es Probleme gibt. Aber ich möchte dich gerne aufklären oder vorbereiten und dir ein paar Tipps geben, damit es mit deinem tierischen Begleiter entspannter ist.
Heute rede ich vor allem über die emotionalen Aspekte, die dabei auftauchen können. In der nächsten Episode hole ich mir dann Verstärkung vom Tierschutz Shop und interviewe eine Expertin zu ihren Erfahrungen mit einem Hund aus dem Tierschutz und frage auch, was du aus organisatorischer und praktischer Sicht noch beachten solltest, wenn du ein Tier aufnehmen möchtest.

 

1. Bevor du dein Tier zu dir holst

  • Das klingt banal, aber ist wichtig. Frag dich vor der finalen Entscheidung noch einmal: Habe ich gerade WIRKLICH die emotionale und körperliche Kraft für ein neues Tier? Auch dann, wenn es vielleicht etwas länger braucht, um sich einzuleben? —> Einige Tierhalter sind leider später überfordert
  • Meine Erfahrung und auch die meiner Ausbilderin Angelika Hutmacher: Wir Menschen suchen uns oft intuitiv Tiere aus (oder sie sich uns), die ähnliche Schicksale wie wir haben. Mach dir klar, dass es sein kann, dass dich dein neues Tier auch an deine Themen heranbringt. Bist du bereit, dich damit auseinanderzusetzen? —> Verlassensängste, Verluste, Ausgrenzung, Missbrauch etc. Es müssen nicht immer dieselben Dinge passiert sein, aber meist kennen Menschen die Gefühle ihrer Tiere nur zu gut aus dem eigenen Leben
  • Erkundige dich so gut wie möglich über den Hintergrund deines Tiers. Wer vermittelt dir das Tier, wie ist sein gesundheitlicher Zustand (wurde es durchgecheckt?), wo war es in den letzten Jahren, hatte es Kontakt zu anderen Tieren und Menschen? Wie war seine Umgebung
    Versuche dich bereits im Vorfeld in dein Tier hineinzuversetzen: Kommt es aus einem anderen Land? Gibt es Dinge, die es nie gelernt hat und die ihm bei dir ganz fremd sein werden? —> Auch Tiere können Heimweh haben oder sich in einer neuen Umgebung ganz fremd fühlen
  • Man kann ein Tier auch mit Tierkommunikation ein Stück weit auf sein neues Zuhause vorbereiten. Auf jeden Fall kannst du dich selbst auch mit dem Tier verbinden und ihm immer wieder Bilder senden, was es bei dir erwartet, z.B. mit der Meditation Verbinde dich von unterwegs aus mit deinem Tier

 

2. Deine innere Einstellung bei Herausforderungen

  • Wieso kann es sein, dass Tiere nach der Ankunft krank oder aggressiv werden, trotz schönem neuen Zuhause? Dein Tier stand vorher wahrscheinlich unter Stress. Bei dir angekommen entspannt es sich endlich mal und traut sich, seine Grenzen klarer zu zeigen, z.B. wenn es gerade nicht angefasst werden möchte. Die Reaktion kann heftig ausfallen, weil es nicht gelernt hat, das sanfter zu zeigen oder weil es früher nicht ernst genommen wurde, wenn es „Nein“ signalisiert hat
    —> Emotionen sind noch immer in deinem Tier angestaut und wollen heraus
    —> Es kann sein, dass kleine Geräusche oder ähnliche Situationen dein Tier triggern und es immer mal wieder denkt, dass gleich etwas Schlimmes passiert
  • Bitte beziehe all das nicht auf dich oder darauf, dass dein Tier böswillig ist oder sich bei dir nicht wohlfühlt. Mach dir klar, dass es manchmal viele kleine Schritte braucht, bis ein Tier wirklich „ankommt“. Es kann sein, dass dein Tier Fortschritte macht und dann an manchen Tagen doch wieder zurück in alte Muster fällt
  • Sorge gut für dich selbst und dass du entspannt bist, dann kannst du deinem Tier auch mehr Entspannung vermitteln. Dann bist du auch geduldiger
  • Es ist gut, wenn du die Vorgeschichte deines Tiers ein Stück weit kennst, um es besser zu verstehen. Aber versuche, sie nicht zu bewerten oder in Mitleid zu verfallen. Denn damit hältst du dein Tier immer in seiner Geschichte fest. Sei lieber neugierig, wie sich dein Tier noch weiterentwickeln wird

3. So bist du für dein Tier da

  • Wenn dein Tier ankommt und auch später: Erschaffe ihm einen Raum (physisch und emotional), in dem es erstmal Ruhe hat und sich umsehen kann und gleichzeitig registriert, dass du da bist. Gib ihm die Möglichkeit, auf dich zuzukommen, aber halte dich sonst erstmal im Hintergrund. Du kannst ruhig und sanft mit ihm sprechen und dann mal schauen, ob es deine Nähe sucht oder Abstand halten möchte
    Bei den meisten Tieren hat sich bewährt: Absichtslos und präsent Zeit mit ihnen verbringen und ihnen vermitteln, dass hier gar nichts von ihnen verlangt wird (auch über Wochen hinweg), das schafft Vertrauen. Falls dein Tier an manchen Stellen aber aggressiv wird, solltest du eine Grenze in Form eines „Neins“ setzen und dann wieder liebevoll werden
  • Weiteres Zusammenleben: siehe Episode So begleitest du dein Tier auf emotionaler Ebene
    —> Verstehen, was los ist, Emotionen verstehen und ausleiten helfen, Geduld, kleine Erfolge anerkennen
    —> Ich nutze hierfür gerne systemische Aufstellungen
  • Such dir lieber einmal mehr Hilfe als einmal zu wenig

 

Ich hoffe, dass dich all die Infos nicht davon abhalten, das Leben mit einem Tier aus dem Tierschutz zu genießen, sondern dich ihm noch näher bringen. Es kann nämlich wirklich eine enorme Nähe zwischen dir und deinem Tier entstehen, weil es dir sicherlich sehr dankbar ist und du dich ebenso mit ihm weiterentwickeln und ganz viel von ihm lernen kannst.

In den Tierheimen warten so viele Tiere, die sich sehnlichst ein neues Zuhause wünschen und die dein Leben bereichern können.
Bevor die Tiere jedoch zu ihren neuen Familien ausreisen können, ist eine Erstversorgung mit Futter wichtig. Wenn die Tiere von den Tierschützern aufgelesen werden, sind sie vom Leben auf der Straße oftmals am Ende ihrer Kräfte. Mit nahrhaftem Futter müssen sie zunächst aufgepäppelt werden, bevor sie die Reise antreten können. Darum sind Tierschutzvereine permanent auf Futterspenden angewiesen.

Bei Tierschutz-Shop, Europas größter Futter-Spendenplattform, kann man ganz einfach online über Wunschlisten Futter für Tierheime in ganz Europa spenden. Gerade läuft hier der gigantische Spenden-Marathon für Tiere – das ist die größte Spendenaktion für Tierheim-Tiere, die es je in Europa gab. Es nehmen 30 Vereine aus 11 Ländern teil und bis Weihnachten sollen 30.000 Pakete mit Futter gesammelt werden, damit kein Tier zu Weihnachten hungert.

Wenn du also den Vereinen helfen möchtest, ihren Schützlingen die Chance auf ein schönes Leben bei einer eigenen Familie zu ermöglichen, dann mach mit beim Spenden-Marathon für Tiere, indem auch du ein Futterpaket packst. Das geht noch bis zum 22. Dezember auf www.tierschutz-shop.de.

 

Außerdem habe ich noch eine weitere Adventsaktion für dich. Möchtest du gerne noch mehr Freude & Leichtigkeit mit deinem Tier erleben, es besser verstehen und eure Beziehung vertiefen? Ab dem 1.12. kannst du jeden Tag online und kostenlos ein Türchen meines diesjährigen Adventskalenders öffnen. Dahinter erwarten dich Expertenimpulse, Geschichten, Sonderangebote und kleine Verlosung. Sei jetzt mit dabei!

Du kannst diesen Podcast abonnieren, um keine Folge mehr zu verpassen. In der nächsten Folge geht es darum, wie du Problemen mit deinem Tier auch etwas Gutes abgewinnen kannst und in der Folge darauf, welche Aufgabe dein Tier an deiner Seite hat.

Wenn du weitere Tierhalter kennst, für die diese Inhalte interessant sind, würde ich mich sehr freuen, wenn du diese Seite mit ihnen teilst!

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